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Lerne
mit Schuldgefühlen umzugehen
Von: Ginger-Lyn Summer,
10. September 1999,
übersetzt aus dem Englischen von Markus
Schuld. Dieses Wort
kann in uns die tiefsten, fürchterlichsten Gefühle von Verlust,
Schrecken, Wut und Hilflosigkeit auslösen.
Weshalb habe ich dies getan?
Warum konnte ich nicht mehr tun?
Habe ich mein geliebtes Haustier umgebracht?
Habe ich nicht genug unternommen?
Habe ich zuviel getan?
Habe ich sie oder ihn zu früh beerdigt?
Habe ich zu lange gewartet?
Hätte ich doch bloss die Tür geschlossen.
Hätte ich es doch früher bemerkt.
Hätte ich doch mehr Geld gehabt.
Wäre ich doch früher zum Tierarzt gegangen.
Hätte ich doch mehr gewusst zu dieser Zeit.
Hätte ich doch auf die innere Stimme gehört.
Wäre ich doch zu einem besseren Tierarzt gegangen.
Und wir quälen uns
duch all diese Fragen, "hätte" und "wenns". Weshalb
tun wir dies? Weil wir unsere Tiere geliebt haben. Weil wir wünschten,
wir hätten mehr tun können oder dies besser nicht getan, was wir taten.
Aber wir können sie
nicht zurückbringen. Wir können nichts mehr daran ändern, was wir
getan haben oder nicht.
Was wir jedoch tun
können, ist uns nicht weiter mit den Schuldgefühlen zu quälen. Jeder
von uns machte auf seine Weise, was er damals für nötig befunden hatte,
aufgrund des Wissenstandes und der Gefühle. Wir alle versuchten, das
Beste zu geben, das wir konnten und taten dies mit Liebe.
Wir sind Menschen mit
all unseren Schwächen und Fehlern. Wir können nicht alles wissen. Wir
irren uns. Aber wir tun dies mit unseren besten Absichten.
Uns zusätzlich zu
quälen mit schrecklichen Schuldgefühlen, tut der Liebe, welche wir
für unsere Tiere gefühlt haben keinen Dienst. Von sehr sehr wenigen
Ausnahmen abgesehen taten wir eh das Beste, was es zu tun gab zu dieser
Zeit. Sogar wenn wir das Gefühl haben, wir hätten nicht gehandelt, wie
wir sollten, oder das getan hätten, was wir nicht tun sollten, haben
wir doch daraus etwas gelernt und dies wird uns allen von nun an zugute
kommen.
Unsere geliebten Tiere
sind von uns - und ihrem Schmerz - gegangen. Wir aber quälen uns mit
dem Schmerz der Schuld und des Zweifels. Es ist eben menschlich, dies zu
tun, aber sind wir auch fair uns gegenüber?
Wir haben geliebt, aus
tiefstem Herzen, und das bedeutet, wir besitzen eine grosse Fähigkeit
zu lieben, was mich jedermanns Sache ist. Wir sind also grundsätzlich
gute Menschen. Sollten wir nicht diese Güte erkennen anstatt uns mit
Schmerz zu beladen, was wir hätten sollen tun können oder nicht?
Wir haben ein
geliebtes Lebewesen aufgenommen und ihm alles gegeben, was wir konnten.
Wir haben es liebkost, sind mit ihm Gassi gegangen, haben es gefüttert,
das Kistchen geputzt: wir haben mit ihm gespielt, es gestreichelt und
sind in schwierigen Nächten schlaflos neben ihm gesessen. Wir haben uns
um sie oder ihn gekümmert und taten alles, so gut wir es zu diesem
Zeitpunkt wussten. Und wir haben in ihre Augen geschaut und wussten,
dass sie verstehen, wie sehr wir sie lieben und umgekehrt.
Falls wir nicht genug
wussten oder unbewusst einen Fehler begingen, glauben wir wirklich, sie
hätten dies nicht verstanden und uns nicht trotzdem in Liebe vergeben?
Ich glaube sie taten es.
Wir müssen uns selber
vergeben. Denn falls wir dies können, werden wir unser Wissen
vergrössern, über uns selbst hinauswachsen um anderen zu helfen und
unseren Schmerz dafür einzusetzen, dass es unseren Tieren besser geht,
oder den Tieren anderer und denjenigen da draussen, welche alleine und
verloren sind. Wir können Dinge ändern, aber nur wenn wir aufgeben,
uns zu hassen und zu beschuldigen, dass wir menschlich sind.
Lass ab von
Schuldgefühlen. Wisse, dass deine Kuscheltiere dir nichts vorwerfen;
sie verstehen alles, da sie dein Herz kennen. Vergib also auch dir
selber und erlaube deiner Liebe für einen anderen da zu sein. Es gibt
so manchen, der sie braucht.
Lerne und lehre das
gelernte. Höre nicht auf, zu lernen. Jeder Kieselstein des Wissens und
der Fürsorge, den du auswirfst, wird eine kleine Welle in der Welt
aufwerfen und diese wachsen lassen. Und vielleicht eines Tages, wird
jedes Tier geliebt und umsorgt, und ein Goldenes Zeitalter bricht an
für alle Tiere und all jene, welche sie lieben.
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